Fleischfressende Pflanzen: Arten, Pflege & Tipps | Reider

Fleischfressende Pflanzen

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Fleischfressende Pflanzen

Faszinierende Fangmethoden, wichtige Pflegetipps und Wissenswertes über die beliebtesten fleischfressenden Pflanzen.

Fleischfressende Pflanzen – sie faszinieren Kinder genauso wie Wissenschaftler. Mit ausgeklügelten Fallen locken sie ihre Beute an, halten sie fest und zersetzen sie mithilfe von Verdauungssekreten. So gelangen sie an lebenswichtige Nährstoffe.

In diesem Artikel erfahrt ihr, warum fleischfressende Pflanzen auf die Jagd gehen, wie ihre unterschiedlichen Fallen funktionieren und worauf es bei ihrer Pflege zu Hause ankommt.

Warum fangen Pflanzen Fliegen?

Fleischfressende Pflanzen betreiben genauso wie andere Pflanzen Photosynthese und gewinnen daraus ihre Energie. Die meisten von ihnen würden daher auch ohne Insekten überleben.

Dass sie trotzdem auf die Jagd gehen, hängt mit ihrem natürlichen Lebensraum zusammen. Sie wachsen vor allem in feuchten, sauren und nährstoffarmen Lebensräumen wie Mooren, Sümpfen und in tropischen Gebieten. Der Boden enthält dort nur wenige der für das Wachstum wichtigen Mineralien. Um trotzdem ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu sein, fangen die Pflanzen Insekten. Sie sind sozusagen eine zusätzliche Nährstoffquelle, die der Pflanze das liefert, was ihr aus dem Boden fehlt.

Doch nicht jede fleischfressende Pflanze fängt ihre Beute auf die gleiche Weise. Die verschiedenen Arten nutzen ganz unterschiedliche und erstaunliche Fangmethoden.

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula)

Die wohl bekannteste Fleischfressende Pflanze ist die Venusfliegenfalle. Ihr einzigartiges Merkmal ist die Klappfalle – zwei Blatthälften, die bei Berührung in Sekundenschnelle zuschnappen.

Die Venusfliegenfalle ist wegen ihrer besonderen Beschaffenheit sehr beliebt als Zimmerpflanze. Für ein gesundes Wachstum hat sie allerdings einige ganz bestimmte Ansprüche.

Pflegehinweise: Sie braucht vor allem viel Licht und ein dauerhaft feuchtes Substrat. In den Sommermonaten sollte die Pflanze in einem Untersetzer mit zwei Zentimeter hohem Wasser stehen. Im Winter braucht sie eine Ruhephase: das Substrat sollte weiterhin leicht feucht bleiben, die Pflanze darf aber nicht dauerhaft nass stehen. Wichtig: nur kalkfreies Wasser verwenden. Zum Gießen eignet sich am besten Regenwasser oder destilliertes Wasser. Außerdem braucht die Venusfliegenfalle ein nährstoffarmes Substrat, z. B. spezielles Torfsubstrat, und sollte nicht gedüngt werden.

Und so verlockend es auch ist, die Falle immer wieder zuschnappen zu lassen – lieber nicht! Das Schließen kostet die Pflanze viel Energie. Am besten lässt man sie in Ruhe und beobachtet, wie sie ihre Beute ganz von selbst fängt.

Sonnentau (Drosera)

Die verschiedenen Arten des Sonnentaus locken ihre Beute mit Duftstoffen an und halten sie anschließend mit klebrigen Tentakeln auf ihren Blättern fest. Ein dabei ausgeschüttetes Enzym zersetzt die Insekten, sodass die Pflanze die darin enthaltenen Nährstoffe aufnehmen kann. Neben den klebrigen Fangblättern schmücken ihn zarte weiße oder rosafarbene Blüten, die an langen Stängeln über der Pflanze schweben.

Pflegehinweise: Der Sonnentau ist relativ pflegeleicht unter den Fleischfressenden Pflanzen. Er sollte an einem hellen Standort stehen und in nährstoffarmes Substrat gepflanzt werden. Dünger ist nicht nötig. Wichtig ist vor allem, dass er immer ausreichend Wasser bekommt. Der Topf sollte deshalb etwa einen Zentimeter in kalkfreiem Wasser stehen. Verblühte Blütenstiele werden an der Basis entfernt, das fördert die Bildung neuer Blüten.

Schlauchpflanze (Sarracenia)

Bei der Schlauchpflanze landen die Insekten in röhrenförmigen Blättern, die im unteren Bereich mit Verdauungsflüssigkeit gefüllt sind. Einmal hineingerutscht, finden sie kaum wieder heraus und werden von der Pflanze zersetzt.

Besonders auffällig sind die unterschiedlich gefärbten und gemusterten Blätter. Je nach Art reichen die Farben von Grün über Weiß bis hin zu kräftigem Rot und machen die Pflanzen zu einem echten Blickfang. Einige Sarracenia-Arten sind unter geeigneten Bedingungen winterhart und können in unseren Breiten auch im Freien gepflanzt werden.

Pflegehinweise: Um gut zu wachsen, braucht die Schlauchpflanze viel Licht. Direktes Sonnenlicht fördert die typische rote Färbung der Blätter. Während der Wachstumszeit sollte sie in einem Untersetzer mit kalkfreiem Wasser stehen. Auf keinen Fall sollte die Schlauchpflanze gedüngt werden, denn sie versorgt sich über die gefangenen Insekten selbst mit Nährstoffen.

Kannenpflanze (Nepenthes)

Die Kannenpflanze bedient sich wie die Schlauchpflanze einer Fallgrubenfalle. Sie bildet krugförmige Blätter, deren glatter Rand mit einer dünnen Flüssigkeitsschicht bedeckt ist. Durch Duft und Nektar angelockte Insekten landen auf dem Rand, verlieren dort den Halt und rutschen in die Kanne, wo sie von der Pflanze verdaut werden.

Pflegehinweise: Nepenthes-Arten mögen es möglichst hell, sollten jedoch vor direkter Mittagssonne geschützt werden. Besonders wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn die Kannen eintrocknen, kann das auf zu trockene Luft hindeuten. Die Pflanze sollte deshalb regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Beim Gießen gilt zu beachten, dass das Substrat gleichmäßig feucht aber nicht dauerhaft nass bleibt. Auch bei dieser Pflanze ist wichtig: nur kalkfreies Wasser verwenden.

Faszinierende Natur auf der Fensterbank

Fleischfressende Pflanzen sind nicht nur faszinierende Jäger, sondern auch spannende und überraschend vielfältige Pflanzen. Wer ihre Bedürfnisse berücksichtigt, kann die außergewöhnlichen Fangmethoden auch zu Hause beobachten und lange Freude an diesen besonderen Pflanzen haben.

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